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Brothers Friedländer

Friedlander jeweler of the emperor

Friedlander jeweler of the emperor

 

 

 

 

Gebrüder Friedländer, Juwelier des Kaisers.

Hoflieferant Gebrüder Friedländer 1829 - 1938

Firmensitz: Berlin, Unter den Linden 28

 

Friedlaender-Werksatt-um-1900

The photo comes from the Chronicle 75.Jahre Gebr Friedlander.

Motive: The Workshop in Berlin, Unter den Linden 28

Who was the company Gebr.Friedländer?

 

 

Hofjuweliere Firma Gebr.Friedländer 1829-1938

 

 

Seitdem Brandenburg-Preußen 1671 wieder die Ansiedlung von Juden in Berlin gestattet hatte, folgten die Juden in ihrem Erwerbsleben solchen Geschäften, die ihnen erlaubt waren und gewinnversprechend wirkten. Kaum eine bekannte jüdische Familie in Berlin, die nicht irgendwann mindestens einen Juwelier in ihren Reihen verzeichnete, wie die Familien Friedeberg, Hertz, Rathenau, Rieß, Meschelsohn und viele andere. Die Juweliere unter den Juden teilten sich das Geschäft mit Kollegen hugenottischer Herkunft und den altansässigen oder ebenfalls nach Berlin zugezogenen Deutschen. Alle wurden sie im Laufe der Zeit in das Berliner Leben integriert. Als das Französische Gymnasium 1789 sein 100jähriges Jubiläum beging, war es für die Schülerschaft Peter Jordan, der Sohn von Hofjuwelier Johann Ludwig Jordan, der die Festrede hielt. Das preußische Bürgerrecht war Juden seit 1812 zugänglich. Innerhalb der jüdischen Gemeinde in Berlin hatten eine Anzahl von Juwelieren eine herausragende Stellung; es war z.B. David Jacob Rieß (1768-1849) von 1824 bis 1835 Ältester der Gemeinde. Außerdem war er Lehrherr von Siegmund (Simon) Friedmann, der Hofjuwelier von Friedrich Wilhelm IV.  war und sich eine Villa im Tiergartenviertel leisten konnte; er war Vater des Strafverteidigers Dr.Fritz Friedmann.

 

Die Geschichte der Firma Gebr.Friedländer reicht bis in das Jahr 1829 zurück.

 

Der Ursprung war die Gründung der Firma Saling und Friedländer am 30.März 1829, die ihren Sitz im Hause Schloßplatz 13 nahm. Für die erste Generation der Firma stand der Mitinhaber Zadig Levin Friedländer, geboren am 26.Juni 1801 in Berlin. Während der andere Mitinhaber Louis Saling 1832 ausschied, um ein Wechsel- und Kommissionsgeschäft in der Burgstraße 10 zu führen, blieb Friedländer Alleininhaber am Schloßplatz 13, um sich weiterhin dem Juwelen- und Silberwarengeschäft zu widmen. Es gelang ihm mit Geduld und Geschäftssinn in der Zeitspanne, die Biedermeier, Vormärz, das Revolutionsjahr 1848 und die Reaktionsepoche umfasste, sich unter den ersten Adressen der Stadt zu etablieren. Ein Bankgeschäft erweiterte den Firmenzweck. Zadig Levin Friedländer starb mit 59 Jahren am 1.März 1861.

 

Mit zwei Söhnen, die aus der Ehe mit Rosalie Friedländer geb.Jacobi (1810-1893) hervorgegangen waren, übernahm die zweite Generation die Leitung der Geschäfte. Ihre beruflichen Wege trennten sich ein Stück. Leopold Friedländer (*15.Dezember 1832) behielt die Bank unter der Firma Friedländer u.Co. Sein jüngerer Bruder Siegmund Friedländer (*um 1835) entschied sich für das Juwelengeschäft unter der Firma Gebr.Friedländer.

 

Nicht alleine für Feste wie Geburtstage und Hochzeiten hatte die Firma Friedländer die passenden Geschenke. Das hübsche Beispiel eines spontanen Kaufes schilderte Margarete Mauthner geb.Alexander (1863-1947) in ihren unter dem Titel „Das verzauberte Haus“ herausgegebenen Familienerinnerungen rings um die Tiergartenvilla Matthäikirchstraße 1 in Gestalt eines Ereignisses, das sich am Tage nach dem Besuch ihres Urgroßvaters, des Geheimen Kommerzienrates Joel Wolff Meyer (1794-1869), in einem Konzert der Sängerin Pauline Lucca (1841-1908) abspielte; er ließ „seine Droschke.. vor dem Juwelierladen von Gebrüder Friedländer am Schloßplatz halten. Tags darauf wurde Frau Lucca bei dem Herrn Geheimrat gemeldet, und ehe sich noch die versammelte Familie diesen Besuch zu erklären vermochte, hatte die kleine Diva, die in seltener Weise die Sicherheit der großen Dame mit der holdesten Natürlichkeit zu verbinden verstand, aller Verlegenheit und Steifheit ein Ende gemacht, indem sie kindlich zutraulich dem alten Herrn mit einem herzhaften Kuße für das schöne silberne Kaffeeservice und noch viel mehr für seine lieben, guten Worte dankte.“

 

Die Gründung des Kaiserreiches 1871 und der Aufstieg Berlins zur Reichshauptstadt und Weltmetropole begünstigten die Entwicklung für Juweliere. Es gab das Angebot, und es gab die Nachfrage. Der Hofstaat des deutschen Kaisers und preußischen Königs sowie der in- und ausländische Adel lieferten treue Käufer, und auch das Berliner Bürgertum konnte sich immer mehr Luxus leisten. Um ein Beispiel zu nennen, wurde 1882 vom Fürsten Sulkowski behauptet, er habe bei der Hofjuwelierfirma Johann Wagner&Sohn, Unter den Linden 30, an einem einzigen Tag Juwelen für 120.000 Mark gekauft. Garantiert war der geschäftliche Erfolg dennoch nicht, und wer sich verspekulierte, kam zu Fall. Der Hofjuwelier Otto Fritze wurde 1879 wegen Bankrotts zu einem Monat Gefängnis verurteilt. Der Juwelier Wilhelm Zimmermann, der mit einem Manko von 1,5 Mio. Mark in Konkurs ging, bekam 1908 ein Jahr Gefängnis.

 

Am 30.März 1879 wurde das 50jährige Jubiläum der Firma Gebr.Friedländer gefeiert. Das „Berliner Tageblatt“ berichtete ausführlich über das Ereignis:

 

„Der Ruf der Firma ist längst über das Weichbild der Stadt hinausgedrungen. Von allen Seiten wurden denn auch den verdienten Chefs, welche es verstanden haben, ein überaus liebenswürdiges Verhältniß zu ihren Arbeitern aufrecht zu erhalten, Glückwünsche und Auszeichnungen zu Theil. Den Reigen eröffnete eine Deputation der Arbeiter und der Angestellten des Hauses, welche eine künstlerisch ausgestattete Adresse überreichten. Eine weitere Adresse, welche vom Obermeister des Gewerkes, Herrn Deppe, dem Prokuristen Herrn Herz und mehreren anderen Herren des Geschäfts überreicht wurde, ragte durch ihre glänzende Ausführung hervor. Die Adresse besteht aus drei Blättern, deren erstes die Widmung trägt: Herren Gebrüder Siegmund und Theodor Friedländer zum fünfzigjährigen Geschäftsjubiläum. Sinn- und stilvolle Randzeichnungen, welche darstellen, wie die edlen Metalle gefunden und wie sie geschmolzen, wie die Goldbarren verkauft und verarbeitet werden, welche Gegenständen daraus entstehen etc. umgeben diese Worte. Der obere Rand dieser Zeichnungen trägt das von goldenen Lorbeern umrankte Haus der Firma mit den von ihr erworbenen verschiedenen Hoflieferantenwappen. Durch die ganze Zeichnung widmen sich Bänder mit bezüglichen Inschriften: ,Jede Arbeit ist ihres Lohnes werth'; ,Arbeit ist des Bürgers Zierde, Segen ist der Mühe Lohn' etc. Unten und außerhalb dieser Randzeichnung zeigt eine männliche Figur, welche einen Goldarbeiter darstellt, mit erhobener Hand auf das Haus der Firma hin. Die beiden anderen Blätter enthalten den Text der Adresse in altgothischer Schrift und 80 Unterschriften. Die Gratulationen, welche mündlich, brieflich und telegraphisch einliefen, nahmen kaum ein Ende. Zu Ehren des Tages veranstalteten die Jubilare ihren Arbeitern ein großes Diner bei Huster, an welchem als Ehrengäste der Polizeipräsident Herr v.Madai, der Vorsteher der Stadtverordneten Dr.Straßmann, Graf Dönhoff, Künstler wie der Maler Plockhorst, Prof. Schulz u.A. theilnahmen. Das Fest verlief in heiterster Stimmung. Von den Geschäftsfreunden der Firma wurde derselben eine massiv silberne Votivtafel gestiftet, die nach einem von dem Architektenverein ausgeschriebenen prämiirten Entwurf angefertigt worden. Wir wünschen der Firma eine ebenso fröhliche Feier in weiteren 50 Jahren.“

 

Neben die Inhaber Kommerzienrat Siegmund Friedländer und Theodor Friedländer trat 1881 als dritter Kompagnon der bisherige Prokurist Jacob Herz.

 

Hofjuweliere wurde die Firma Gebr.Friedländer zur Zeit der Herrschaft von Wilhelm I. für die Kaiserin und Königin, den Kronprinzen und die Prinzessin Luise von Preußen. Neben anderen Lieferanten steuerten Gebr.Friedländer einige Teile aus Silber zum Service aus 808 Einzelteilen bei, das der spätere Wilhelm II. aus Anlaß seiner Hochzeit mit Auguste Viktoria von Schleswig-Holstein geschenkt bekam, und das 1987 im Rahmen der Ausstellung Berlin, Berlin im Martin-Gropius-Bau noch einmal zu sehen war. Auch in Kleinigkeiten war die Firma behilflich, wie z.B. dieses Inserat mutmaßlich im Kundenauftrag im Sommer 1888 zeigte: „40 Mark Belohnung dem Wiederbringer einer am Sonntag auf dem Rennplatze zu Charlottenburg verlorenen kleinen Diamantbroche, Hundekopf, einen Schirm im Maule haltend. Abzugeben bei Gebr.Friedländer, Schloßplatz 13.“

 

Nach sechs Jahrzehnten verließ die Firma ihren angestammten Platz. Zum 1.April 1889 erfolgte der Umzug in das Haus Unter den Linden 28 Ecke Rosmarinstraße 5, das auf der Südseite der Straße zwischen Friedrichstraße im Westen und Charlottenstraße im Osten stand.

 

Die Söhne des Firmengründers Zadig Levin Friedländer starben in den neunziger Jahren; Siegmund Friedländer am 28.März 1890, Theodor Friedländer am 22.September 1893 und Leopold Friedländer am 2.November 1896. Ebenfalls dahingegangen war mit 83 Jahren am 10.Juni 1893 ihre Mutter Rosalie Friedländer geb.Jacobi, die Witwe des Firmengründers, die zuletzt bei ihrem Sohn Leopold und dessen Familie in der Dorotheenstraße 2 gewohnt hatte.

 

Das gleiche Jahrzehnt brachte weitere Änderungen. Seit 1894 konnte sich die Firma Hofjuweliere Seiner Majestät des Kaisers nennen. Die dritte Generation der Firma Gebr.Friedländer verengte sich innerhalb der Familie Friedländer auf Felix Friedländer (*13.Dezember 1868), einen Sohn von Leopold Friedländer aus dessen Ehe mit Helene Friedländer geb.Noether, der 1896 einen Platz in der Leitung der Firma bekam und beschrieben wurde als „ein ausgezeichneter Zeichner, auf der Juwelierschule zu Hanau herangebildet, eine in der Berliner Gesellschaft durch seinen Witz und seine Liebenswürdigkeit bekannte Persönlichkeit“. Die Inhaberschaft der Firma wurde ebenfalls 1896 um eine dritte Familie erweitert; weiterer Teilhaber wurde Heinrich Strauß. Im gleichen Jahr schied auch Jacob Herz aus, an dessen Seite bereits 1893 sein Sohn Hermann Herz (*11.Februar 1863) getreten war, der eine noch engere Bindung an die Geschäftsfreunde seines Vaters einging, indem er 1894 Else Friedländer (*20.Dezember 1874) heiratete, die Tochter von Theodor Friedländer. Die Mutter von Else Herz geb.Friedländer und Ehefrau von Theodor Friedländer war Cäcilie Friedländer geb.Manheimer (1848-1923), und als ihr Vater Valentin Manheimer (1815-1889) starb, war davon die Rede, er hinterlasse eine Erbschaft von 10-12 Millionen Mark. Für die Akkumulation von Vermögen war zwischen 1815 und 1914 genügend Zeit, und geschickte Kaufleute wußten sie zu nutzen.

 

Am 30.März 1904 konnte das 75jährige Jubiläum der Firma begangen werden. Das „Berliner Tageblatt“ notierte: „Den Jubilaren wurden von vielen Seiten herzliche Glückwünsche zu teil.“  Inhaber waren zu dieser Zeit Felix Friedländer, Hermann Herz sowie Heinrich Strauß  und dessen Sohn Paul Strauß, der als ein „hervorragender Steinkenner“ galt.

 

Im Jahre 1906 wurde das Grundstück Unter den Linden 4a erworben; Verkäuferin war der 1815 gegründete Brüderverein, dem die Räume zu klein geworden waren. Der Preis für die Immobilie betrug 1.750.000 Mark. Auf dem Grundstück entstand ein neues Gebäude, das zur dritten und letzten Residenz in der 109jährigen Firmengeschichte wurde.  Das Haus befand sich auf der Südseite der Straße Unter den Linden. Flaneure, die den Boulevard vom Brandenburger Tor am Hotel Adlon entlang in Richtung Oper und Stadtschloß spazierten, begegnete nach Überquerung der Wilhelmstraße das Eckhaus Nr.3, dann die Nummern 3a, 4 und schließlich 4a mit den Räumen der Firma Gebr.Friedländer. Es folgten das Hotel Bristol in Nummer 5/6 und die russische Botschaft in Nummer 7. Es war eine prominente Stelle der Stadt, die geeignet war für illustre Kundschaft und glänzende Ware.

 

Der Goldschmied  Emil Harnisch (1862-1935), der seit 1890 in Berlin lebte, zog mit seiner Silberwarrenfabrik 1908 in das Haus Unter den Linden 4a, wo er in der IV.Etage im neu errichteten Haus der Firma Gebr.Friedländer einen Platz fand. Durch die wechselnden Schicksale der folgenden Jahre blieb er bis zu seinem Tode dieser Adresse und der Zusammenarbeit mit der Firma Gebr.Friedländer treu.

 

Ein Aufstieg innerhalb der Juweliere Berlins war immer noch möglich; es wurde z.B. die erst 1870 gegründete Firma von J.H.Werner mit Geschäftslokalen in der Friedrichstraße 173 und Unter den Linden 1 im Kaiserreich ebenfalls Hofjuwelier.

 

Das Angebot von Juwelieren lockte nicht nur zahlende Kundschaft, sondern auch finstere Elemente an. Ida Richter, die in der Friedrichstraße 35 ein Juwelengeschäft hatte, wurde 1909 in ihren Räumen durch drei Täter überfallen und schwer verletzt. Der Goldschmied August Schulze, der in der Alten Jakobstraße 94/95 einen Juwelenhandel betrieb, wurde 1912 mit seiner Ehefrau und seiner Tochter ermordet; der Täter starb während der Untersuchungshaft. Lediglich ein tragischer Zufall wollte es, dass es ein Juwelier war, der 1913 erstes Opfer einer ,Autofalle' in Deutschland wurde; Rudolf Plunz, der sein Geschäft in der Brunnenstraße 112 hatte, wurde getötet, als er mit seiner Ehefrau in seinem Auto eine abendliche Spritztour unternahm und auf der Chaussee von Hennigsdorf nach Marwitz einem aufgespannten Drahtseil nicht mehr ausweichen konnte. Vorsicht vor Diebesgut war im Ankauf oberste Priorität; als 1913 eine Perlenkette im Wert von mehreren Millionen Mark in ganz Europa auf der Fahndungsliste stand, wurde auch der Prokurist von Gebr.Friedländer vom „Berliner Tageblatt“ zum Fall befragt, der meinte: „Ich halte es allerdings für nicht unmöglich, daß das Kollier in Berlin ist. Denn auch hier gibt es gewisse Unterhändler, die sich mit dem Verkauf derartiger Schmuckstücke beschäftigen. Indessen, man muß doch berücksichtigen, daß Berlin nicht der Markt für solche Transaktionen ist. Diese ,Geschäfte' werden hauptsächlich in Amsterdam und London gemacht. In Berlin ist die polizeiliche Kontrolle zu strenge. Alle Pfandleiher werden sofort nach solch einem Diebstahl benachrichtigt, und findet man bei ihnen die gestohlenen Schmucksachen, so müssen sie diese ohne weiteres herausgeben. Außerdem werden die Geschäfte von dem Verband der Spezialgeschäfte der Juweliere vor Ankauf gewarnt und erhalten eine ganz detaillierte Beschreibung des gestohlenen Gegenstandes.“

 

Zwischen einem Vorstadtjuwelier und einem Hofjuwelier Unter den Linden war ein Klassenunterschied wie zwischen einem Gefreiten und einem General.  Die Spitzen des Gewerbes waren fester Bestandteil der höheren Berliner Gesellschaft; es war z.B. Pauline Marckwald geb.Herz, die Schwester des Hofjuweliers Philipp Marckwald, die Schwester des Handelskammerpräsidenten und Geheimen Kommerzienrates Wilhelm Herz, der u.a. jahrzehntelang Vorsitzender des Aufsichtsrates der Schultheiß AG war. Selbstverständlich gab es an der Spitze der Pyramide respektable Konkurrenz; die Firma des Hofjuweliers Otto Rosenthal, der 1919 starb, konnte 1909 ihr 100jähriges Jubiläum feiern.

 

Eher ein kleines Unglück, das durch Versicherungen abgedeckt gewesen sein dürfte, traf das Gebäude der Firma Gebr.Friedländer Unter den Linden 4a an einem Sonntagmorgen kurz vor Weihnachten 1912. Ein Großfeuer zerstörte weitgehend den Dachstuhl. Das Jahr 1913 mit der Hochzeit der einzigen Tochter von Wilhelm II. und dem 25jährigen Regierungsjubiläum des Kaisers dürfte noch einmal erhöhte Umsätze gebracht haben. Das letzte Friedensweihnachten war am Ende des gleichen Jahres; in der Abendausgabe eines Novembertages notierte das „Berliner Tageblatt“: „Die Kaiserin stattete heute vormittag den Geschäftsräumen der Juweliere Gebr. Friedländer einen Besuch ab.“

 

Für Erna Harnisch, die einzige Tochter von Emil Harmisch aus seiner Ehe mit Margarete Harnisch geb.Döbbler, brachte das letzte Friedensjahr ebenfalls ein besonderes Ereignis, nämlich die Verlobung mit dem Kaufmann Richard Sauerbeck. Dutzende von Verlobungsanzeigen wurden versandt, und die überlieferten Antworten geben einen Eindruck von den Kontakten der Familie. Der Anstand gebot, die Inhaber der Firma Gebr.Friedländer in Kenntnis zu setzen, deren Segenswünsche sich erhalten haben.

 

Business card Paul Strauss

 

Business card Hermann Herz

 

Business card Backside Hermann Herz

 

Heinrich Strauss Business card

Gratulationen von Paul Strauss, Hermann Herz und Heinrich Strauss aus Anlaß der Verlobungsanzeige der Tochter von Emil Harnisch im Frühjahr 1913

 

 

Im Jahr 1914 steckte sich ganz Europa selbst in Brand.

 

Einen großen Verlust hatte die Firma Gebr.Friedländer im ersten Kriegsjahr zu verzeichnen. Hofjuwelier Felix Friedländer, der Enkel des Gründers, starb 45jährig am 30.September 1914. Seine Ehe mit Ludmilla Friedländer geb.Joseph war 1907 geschieden worden. Das „Berliner Tageblatt“ meldete über den Todesfall, der infolge „eines schweren Nierenleidens“ eingetreten sei: „Der Heimgegangene war fast 25 Jahre lang in der von seinem Großvater begründeten Firma tätig. Er war auch eine bekannte Persönlichkeit in der Berliner Gesellschaft und erfreute sich in allen Kreisen großer Wertschätzung.“ Neben der Familie, den beiden Firmensozien und dem Personal gaben Max Weichmann und Emil Harnisch eine Traueranzeige im Namen der Juwelen- und Silberwerkstätten eine Traueranzeige auf: „Wir betrauern in dem Heimgegangenen einen gütigen und fürsorgenden Freund und Berater in allen Lebenslagen, welcher durch seine hervorragenden künstlerischen Eigenschaften uns immer von Neuem begeisterte.“  Trauerfeier und Bestattung fanden am 4.Oktober 1914 auf dem jüdischen Friedhof  in der Schönhauser Allee statt. Nach seinem Tode blieb der Name Gebr.Friedländer erhalten, wenngleich die Inhaberschaft alleine auf die Familien Herz und Strauß überging. Denn die Geschwister von Felix Friedländer hatten andere Richtungen eingeschlagen. Ernst Friedländer war Bankier, Max Julius Friedländer war Kunsthistoriker, und die Schwester Clara Amalie Friedländer heiratete den Justizrat Dr.Ernst Oppenheim. Auch eine Cousine, Bertha Friedländer, eine Tochter von Theodor Friedländer, heiratete einen Anwalt, und zwar Dr.Robert Lehfeld.

 

Der Erste Weltkrieg, der Sturz der Monarchie 1918 und die beginnende Geldentwertung dürften in ökonomischer Hinsicht für die Firma Gebr.Friedländer schwierigere Zeiten bewirkt haben. Der Titel Hofjuwelier war zur Kulisse geworden, weil es keinen Hof mehr gab; die Zahl der wohlhabenden Personen, die Geld für Geschmeide, Gold und Silber hatten, sank in Berlin. Andererseits behielten die Dinge, die im Angebot der Firma waren, ihren Sachwert, während Deutschland in den Strudel der Inflation geriet. Die Beträge, um die es ging, stiegen in schwindelerregende Höhen; in den Räumen des ehemaligen Hofjuweliers Rosenthal&Sohn in der Friedrichstraße 69 fand im Sommer 1923 ein Einbruchdiebstahl statt, der, wie es in einem Zeitungsbericht hieß, „in der Geschichte der Berliner Kriminalpolizei bisher noch nicht verzeichnet worden ist“,  bei dem Schmuck im Wert von 30 Milliarden Mark entwendet wurde.

 

Die dritte Generation der Firmeninhaber endete ihr Leben Anfang der zwanziger Jahre. Hofjuwelier Paul Strauß starb im besten Mannesalter 49jährig am 19.September 1922. Wie eng die Bindung zwischen den Sozien gewesen sein muß, zeigte die Trauerannonce von Hermann Herz für Paul Strauß, der schrieb: „Mit ihm ist mein bester Freund dahingegangen, der mir in jahrelanger gemeinsamer Arbeit unermüdlich zur Seite stand. Die Lücke, die sein Tod gerissen hat, wird unausfüllbar bleiben; sein Andenken werde ich stets in unwandelbarer Treue in höchsten Ehren halten.“ Die Erben von Paul Strauß waren die 42jährige Witwe Betty Strauß geb.Pincsohn (*5.Februar 1880), die er 1901 geheiratet hatte, und die Söhne Fritz Strauß und Heinrich Strauß, von denen Fritz Strauß in die Firma einstieg.  Kommerzienrat Hermann Herz überstand die Inflationszeit ebenfalls nicht, und lebte lediglich ein halbes Jahr länger; er starb 60jährig am 9.April 1923. Ihn betrauerte seine 48jährige Witwe Else Herz geb.Friedländer, und der Nachfolger in der Firma wurde sein Sohn Dr.Theodor Herz, dessen Geschwister Günther Herz, Walter Herz, Nora Herz und Ferdinand Herz waren.

 

 

 

Old document Subject Friedländer

Old document Brothers Friedländer

 

Danksagung gegenüber Emil Harnisch von Else Herz geb.Friedländer nach dem Tode ihres Ehemannes Kommerzienrat Hermann Herz am 9.April 1923

 

Auch unterhalb der Leitungsebene gab es Ab- und Zugänge; es starb z.B. am 4.März 1924 der 59jährige Felix Rausnitz, der Prokurist und Hauptkassierer der Firma war.

 

Old repair certificate of the Brothers Friedlaender

 

Die ,goldenen zwanziger Jahre' seit Anfang 1924 wurden mit ausländischem Kredit erkauft, der sich mit Beginn der Weltwirtschaftskrise im Herbst 1929 zurückzog. Ein halbes Jahr zuvor hatte die Firma Gebr.Friedländer das Glück, ihr 100jähriges Jubiläum am 30.März 1929 in einem vergleichsweise ruhigen Moment feiern zu können. Inhaber war die vierte Generation seit der Gründung, vertreten durch die jungen Männer Dr.Theodor Herz und Fritz Strauß.

 

In der ,Vossischen Zeitung' verfasste Max Osborn (1870-1946) am Vortag zur Gratulation einen längeren Artikel über die Geschichte der Firma unter der Überschrift „Eine Berliner Jahrhundertfeier“, in dem u.a. stand:

 

„Es gibt eine Anzahl altberlinischer Firmen, deren Namen den Reichshauptstädtern früherer Jahrzehnte zum Begriff ganzer gewerblicher Gattungen, ganzer ,Branchen' geworden war. Jeder kannte sie, ihr Klang wurde im Ernst wie im Scherz der Volkssprache verwendet, um bestimmte Vorstellungen greifbarer oder übertragener Natur zu wecken. Sie gingen auch in die Literatur ein: die Lokalposse bemächtigte sich ihrer. So lautete ein berühmter Coupletvers aus einem alten Schwank von Kalisch: Lieb' ist gut für Jud' und Christ, Gerson oder Borsig -Wer sie nicht hat hinter sich, der hat sie noch vor sich'. So gab es unzählige Stellen in Possen, kleinen Erzählungen, Witzblattbemerkungen, in denen die Worte ,Gebrüder Friedländer' als kurze, sinnfällige Bezeichnung für alles gebraucht wurde, was mit Schmuck, Silber, Perlen, kostbarem Geschmeide, luxuriösen Ketten, Broschen, Ringen, Nadeln, Diademen, Prunkschüsseln, Tafelaufsätzen und dergleichen zusammenhing.

Die Firma, die diesen Namen trägt, kann morgen, am 30.März, das Jubiläum ihres hundertjährigen Bestehens feiern. Damals, 1829, eröffnete der noch jugendliche Z.L.Friedländer im Hause Schloßplatz 13 an der Langen Brücke eine ,Gold- und Silberwaren-Fabrik'. Aber er war nicht der erste seiner Familie, der sich in Berlin mit Edelmetallen kunst- und wissensreich befaßte. Schon sein Großvater wie er Z.L.Friedländer geheißen, arbeitete, im ersten Drittel des 18.Jahrhunderts, als Stempelschneider in Berlin und wurde von Friedrich Wilhelm I. zum Münzwardein ernannt, ,dieweil er etliche Stampiglien zu Unserer Zufriedenheit wohlgerathen und feyn ausgeführt habe'. Dieser Stammvater hat auch unter Friedrich dem Großen noch als Münzwardein gewaltet; es gibt heute noch aus dieser Zeit Münzen, die mit seinen Stempeln geprägt sind. Uebrigens: Friedrich Wilhelm I., sonst als Geizhals und kunstfremd verschrien, hatte gerade für kostbares Silbergerät eine Vorliebe. Von ihm stammten ja auch die silbernen Möbelstücke im Schloß, die sich im Siebenjährigen Kriege als angenehm brauchbare Kapitalreserve erwiesen; sie wurden eingeschmolzen und durch versilberte Holzgestelle ersetzt.

Die junge Firma, damals ,Friedländer u.Co.' genannt, kam schnell vorwärts. Sie entwickelte sich zum Liebling der Hofgesellschaft, des Adels, der hohen Beamtenschaft, der fremden Fürstlichkeiten, die Berlin besuchten, und mehr und mehr auch des zu Wohlstand gelangten Bürgertums. Als der Begründer 1860 starb, traten sein Söhne Siegmund und Theodor an seine Stelle. Dem großartigen Aufschwung Berlins, der nun einsetzte, hatten sie viel zu danken. Eine kaiserliche Hofhaltung hat größere Geschenkpflichten als eine königliche -das kam dem Berliner Juweliergewerbe außerordentlich zugute. So wurde auch das Geschäftslokal am Schloßplatz bald zu eng; man übersiedelte 1889 in ein neues Haus Unter den Linden 28, das eigens für die Firma erbaut war. Zehn Jahre später aber genügte auch dies Quartier nicht mehr: ,Gebrüder Friedländer', so hieß man nun schon längst, kauften damals das Haus Unter den Linden 4a, das bis dahin dem Brüderverein gehörte (der seinerseits nun nach der Kurfürstenstraße in den Neubau auf dem alten Hammacherschen Grundstück umzog). Hier, auf der Südseite der Linden, wurde das Geschäft mit den blinkenden, zierlichen und pompösen Kostbarkeiten in den Glasschränken und Vitrinen im neuen Jahrhundert erst recht ein Sammelplatz der Einheimischen wie der Fremden, die es sich leisten konnten, Freude an so wertvollen und edlen Gegenständen nicht nur zu haben, sondern auch durch Kauf zu betätigen.“ Zum Jubiläum erschien eine Festschrift; das „Heft bringt neben älteren Bildbeigaben -darunter der Speisekarte vom Festessen des 50jährigen Jubiläums am 30.März 1879 mit einem auch für verwöhnte Gaumen phantastischen Menu- Wiedergaben der neuen, modernen, in der Qualität des Materials wie der Verarbeitung die gute Ueberlieferung wahrenden Juwelierwerke der jüngsten Zeit, die sich nun an eine völlig veränderte, von Grund aus umgeschichtete Gesellschaft wenden. ,Ehemals stand der Goldschmied', sagt Max J.Friedländer in dem erwähnten Vorwort, ,seiner Arbeitsweise und seiner Stellung nach dem Maler und dem Bildhauer nahe. In dem verwickelten modernen Großbetriebe sind Arbeitsteilung, Mechanisierung und Schematisierung nicht zu vermeiden. Der selbständige Handwerker ist Arbeiter geworden und schafft durch Vermittlung des kalkulierenden Kaufmanns für das anonyme Publikum, statt, wie ehemals, für Gönner und Auftraggeber. Dennoch lebt ein Rest des dem Gewerke eigenen Geistes und hat sich traditionstreu bewährt als erhaltende Kraft.' Der jublierenden Firma ist der Glückwunsch der Berliner Bevölkerung gewiß.“

 

Über die Feierlichkeiten am Ostersonnabend, den 30.März 1929, wurde am Folgetag in der ,Vossischen Zeitung' geschrieben:

 

„Gestern vormittag beging die Juwelierfirma Gebrüder Friedländer... die Feier ihres hundertjährigen Bestehens. Das Fest wurde durch eine interne Veranstaltung eingeleitet, die von den Angestellten der Firma, den Arbeitern der Juwelen- und Silberwerkstatt, inspiriert war. Chorgesang und Ansprachen der ältesten Angestellten der Firma wurden von Gegenansprachen der Frau Kommerzienrat Herz und des Herrn Strauß jr. beantwortet.  Sie statteten für treue Mitarbeit und die schöne Feier ihren Dank ab.

Im Laufe des Vormittags fand ein offizieller Empfang statt, an dem sich der Oberbürgermeister der Stadt Berlin, Dr.Böß, beteiligte. Außer ihm waren Vertreter der Reichsregierung und der Ministerien anwesend. Auch Staatssekretär Meißner wurde gesehen. Vertretungen der Gold- und Silberschmiede-Innnungen hatten köstliche Blumenspenden gesandt. Die Berliner Handelskammer überreichte der Firma als besondere Ehrung ,Die goldene Medaille von Seiten der Handelskammer für hervorragende Leistungen'. Zahlreiche Prominente, die während der Ostertage Berlin fern sind, bekundeten ihre freudige Teilnahme an dem Jubiläum durch Telegramme.“

 

Noch immer war das Gewerbe in Berlin lukrativ genug, um ausreichende Gewinne zu ermöglichen; als der Juwelier Albert Loeske (1869-1929) starb, der 1909 das Silberwarenhaus Markgraf&Co. gegründet hatte, hinterließ er ein Millionenvermögen, um das sich die Erben durch drei Instanzen bis zum Reichsgericht stritten.

 

Die größten Gefahren für Geld und Leben drohten von einer lange unterschätzten Seite. Nachdem die Nationalsozialisten und Konservativen 1933 zur Macht gelangten, setzten sie alles daran, um die Rechte der Juden zu beschränken. Von Jahr zu Jahr wurde die Lage bedrohlicher.

 

Für die Firma Gebr.Friedländer änderte sich 1937 die Hausnummer von Unter den Linden 4a zu Unter den Linden 67. Im folgenden Jahr wurde das berufliche Wirken der vierten Generation, die sämtlich um die Jahrhundertwende geboren war, unfreiwillig abgebrochen. Die Veränderungen, die mit der Firma und dem Grundstück vor sich gingen, wurde im Berliner Adressbuch widergespiegelt; war 1938 noch die Firma Hofjuweliere Gebr.Friedländer im Hause Unter den Linden 67 ansässig, und gehörte das Grundstück den Herzschen Erben und Betty Strauß geb.Pincsohn, die schon im Ausland weilte, war 1939 der preußische Staatsrat Dr.Kurt Herrmann (1888-1959) neuer eingetragener Eigentümer der in ,Deutsche Goldschmiedekunst-Werkstätten' umgetauften Firma und der Immobilie. ,Arisierung' lautete der Begriff, der einem Gewaltakt den Mantel des Rechts umhängte.

 

Die Angehörigen der Firmen Herz und Strauß retteten ihr Leben, und den Teil von ihrem Hab und Gut, den die,Reichsfluchtsteuer' und ähnliche Schikanen übrig ließen. Der neue Eigentümer Dr.Kurt Herrmann konnte sich nicht länger als bis 1945 an seinen Schätzen erfreuen, bevor Russen und die DDR den Rest des vor Ort verbliebenen Vermögens übernahmen.

 

Das Haus Unter den Linden 67 war eines der wenigen Gebäude in dieser Straße, die den Bombenkrieg, die Eroberung Berlins und die Neugestaltung der Stadtmitte praktisch unbeschadet überstanden. Das Eigentum am Grundstück wurde nach 1990 den Erben der Familien Herz und Strauß restituiert, und kehrte auf diese Weise für einen historischen Augenblick wenigstens ein Teil des Wertes der Firma Gebr.Friedländer an die Nachfahren derjenigen Personen zurück, die diese Werte in mehr als einem Jahrhundert erarbeitet hatten.

 

 

 

 

Short history of the Friedländer brothers

 

Had His Majesty the Emperor and Her Majesty the Empress joy of the jewels as the exquisite workmanship of its material and appointed the owner of the company to your royal family's jewelers, which they gave occasion, your skills by orders for the persöhnlichen requirements as for the silver chamber in to provide the imperial service.

(Der Text ist Urheberrechtlich geschützt)

Ein geschäftliches Unternehmen, das ein Jahrhundert hindurch am Leben geblieben ist, mag überall und stets gefeiert werden. In Berlin aber und in der Zeit zwischen 1829 und 1929 zu bestehen, die Überlieferung zu wahren in vier Generationen einer Familie: dies wird fast wie ein Wunder bestaunt. Berlin hat in dieser Zeit einen weiteren Weg zurückgelegt als jede andere Stadt. Der neubegierige Berliner war an und für sich keineswegs dazu geneigt, einem Unternehmen sein Vertrauen zu erhalten. Es galt, auf schwankendem Boden aufrecht zu bleiben. Welche Wandlungen, politische, wirtschaftliche und gesellschaftliche Erschütterungen sowie Wendungen des Geschmacks in diesem Jahrhundert! Die Beständigkeit des Hauses beruht auf Kräften und Eigenschaften, die von den Heutigen am Gedenktage den Ahnen und Vätern nachgerühmt werden dürfen. Nach solider Grundlegung mußte Vertrauen erworben, und durfte niemals mißbraucht werden. Organisch, sich anpassend, wuchs das Unternehmen mit der Stadt, machte sichere und behutsame Schritte westwärs, ließ sich vom allgemeinen Aufschwung emportragen und, was schwerer war, in bösen Tagen nicht zu Fall bringen.

geschrieben von Max J. Friedländer

(Quelle 100 Jahre Gebr. Friedländer)

VIER GENERATIONEN

Die Geschichte der Firma Gebr. Friedländer ist eng verknüpft mit der Familie Friedländer, die an Geschick des Hauses zu allen Zeiten lebhaften Anteil nahm. Am 30. März 1929 eröffnete der damals 28jährige Z. L. Friedländer zu Berlin im Hause Schloßplatz 13 an der Langen, der jetzigen Kurfürstenbrücke ein Gold- und Silberwarengeschäft. Die Beschäftigung mit Edelmetallen war seit Generationen in der Familie heimisch. Schon im ersten Drittel des achtzehnten Jahrhunderts arbeitete zu Berlin der Stempelschneider Z. L. Friedländer. Dieser wurde von König Friedrich Wilhelm I. zu Münzwardein ernannt, „dieweil er etliche Stampiglien (Stempel) zu Unserer Zufriedenheit wohlgerathen und feyn ausgeführet habe“. Sein Amt als Münzwardein übte Z. L. Friedländer auch noch unter Friedrich dem Großen aus. Es sind verschiedene Münzen aus der friderizianischen Zeit erhalten, die mit seinen Stempel geprägt worden sind. Er starb hochbetagt in angesehener Stellung. Ein Enkel des Münzwardeins war Z. L. Friedländer, der Gründer der Firma Friedländer.

(Quelle 100 Jahre Gebr. Friedländer, Urheberrechlich geschützt)

Zu Münzwardein: Der Münzwardein untersuchte die Münzen auf ihren Feingehalt an verwendeten Metallen bzw. Legierungen. Ihm oblag auch die Kontrolle des Münzmeisters, des Prägegutes und seiner Qualität sowie der Legierung und des Gewichts. Der Münzwardein wurde von den Münzherren beauftragt und somit in amtlicher Funktion bei der Feingehaltskontrolle von Edelmetall und Edelmetallwaren im Handel. Er stellte Münzgewichte her und war bei ruhender Prägetätigkeit einer Münzstätte oft auch Verwahrer von Prägeeisen.

Für die Arbeit der Münzwardeine gab es bereits im 16. Jahrhundert genaue Probiervorschriften und Gesetze. Die ersten Probiervorschriften wurden vom Münzguardein Lazarus Ercker erstellt und galten als das Standardwerk der Metallanalytik im 16. Jahrhundert. Ihre Messwerkzeuge, wie zum Beispiel die Analysewaage, entwickelten und bauten die Münzwardeine größtenteils selber. Diese Waagen mussten so präzise sein, dass selbst die Genauigkeit der besten Augsburger oder Nürnberger für den Wägevorgang nicht ausreichte.

Da die Aufsicht über das Münzwesen im Reich entsprechend der Reichsmünzordnung bei den von Maximilian I. geschaffenen Reichskreisen lag, wurden die Wardeine dieser Kreise auch Kreiswardeine oder Kreismünzwardeine genannt.

(Quelle wikipedia)

Das Unternehmen wurde 1938 an Kurt Hermann, der ein Kunde und ein Freund von Hermann Göring war und so dem Juden die Emigration nach London ebenen konnte.

(Quelle: Zeit online / Alltagssachen)

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KuSeRa writes history

Stamp * H * on Brothers Friedlander Silver

Short as it happened

We got a sales order and the task to clear a 8 room apartment in Berlin Charlottenburg and offer the still-counter products as a contract sales in online trading.

Much we were stamped onto the Gebrüder Friedländer some silver items with a * H * at the sighting of salable things? - Master characters - city brand - or a year value could be behind this Stamp * H * hide. We found nothing in the literature, including experts knew what to do with the brand, it has been speculated and guessed but nothing came of concrete.

Weeks later we saw the broken silver by whether there were some pieces as objects to sell, yet, there we found a silver frame with the brand: * E.Harnisch * what was that? Mark - company - maker's mark - it should resolve itself soon what this brand has a meaning.

We ransacked the library and found a book with a dedication and a poem for a very good friend Emil ---- Harnisch ---- fidelem the silversmith and Kopperschläger.

Emil Harnisch was a silversmith with the brothers Friedlander and his hallmark is the * H * at Old Friedlander silver and he had humor :)

Emil Harnisch geb.11.12.1862 - died 19/05/1935 lived in Berlin, Silversmith at the Gebr Friedlander, the royal family's jewelers of the emperor.



Here the brand on the fracture silver frame

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Here the * H * Brand / hallmark on the silver platter Gebr.Friedländer

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Here the beautiful poem by a friend
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